Über uns

Forum Politische Bildung

Das Forum Politische Bildung wurde 1996 von Gertraud Diendorfer-Ratzenböck als Herausgeberverein der auch von ihr konzipierten Schriftenreihe „Informationen zur Politischen Bildung“ gegründet. Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der Schriftenreihe, die von 1991 bis 1996 von Elisabeth Morawek und Johann Burger vom Unterrichtsministerium herausgegeben wurde, avancierten zu den HerausgeberInnen und Mitgliedern des Vereins Forum Politische Bildung. Ziel dieser Maßnahme war es, die Erstellung der Themenhefte unabhängig und auf wissenschaftlicher Basis durchführen zu können.

Gründungsmitglieder des wissenschaftlich ausgerichteten Vereins waren

 

Dr. Ingrid Bauer (Universität Salzburg),

Univ.-Prof. Dr. Herbert Dachs (Universität Salzburg),

Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann (Universität Wien),

Univ.-Prof. Dr. Hans-Georg Heinrich (Universität Wien),

Ao.Univ.-Prof. Dr. Otmar Höll (Österreichisches Institut für Internationale Politik),

Univ.-Prof. Dr. Dietmar Larcher (Universität Klagenfurt),

Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka (Universität Innsbruck),

Univ.-Prof. Dr. Emmerich Tálos (Universität Wien),

Dr. Brigitte Unger (Wirtschaftsuniversität Wien),

Univ.-Prof. Dr. Erika Weinzierl (Universität Wien).

Sämtliche Gründungsmitglieder sind renommierte Persönlichkeiten aus der Politikwissenschaft bzw. aus benachbarten Disziplinen, die sich für Politische Bildung eingesetzt haben, obwohl oder gerade weil Politische Bildung an den Universitäten aufgrund des fehlenden Unterrichtsfaches nicht institutionalisiert war.

 

Initiatorin und Generalsekretärin des Vereins

Gertraud Diendorfer
© Wilke

Die Anregung und Projektidee zur Bildung des Vereins Forum Politische Bildung ging von Mag. Gertraud Diendorfer aus, sie war von Beginn an Generalsekretärin des Vereins und Redakteurin der Schriftenreihe.

Die Vereinsgründung war Ausdruck dessen, dass Politische Bildung in Österreich damals im Schulbereich nicht ausreichend umgesetzt wurde und daher auf das Engagement von einzelnen Personen angewiesen war.

 

Die Vorstandsvorsitzenden

 

Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann (von 1990 bis 2009)

Univ.-Prof. Dr. Herbert Dachs (von 2009 bis 2012)

Univ.-Prof. Dr. Dieter Segert (von 2012 bis 2017)

Univ.-Prof. Dr. Thomas Hellmuth (ab 2017)

 

Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium von Beginn an

Um eine für einen demokratischen Staat notwendige Demokratiebildung zumindest auf einem minimalen Level sicher zu stellen – das bereits seit den 1970er Jahren geforderte Fach für Politische Bildung harrte lange Zeit seiner Umsetzung – wollte das Unterrichtsministerium mittels Materialien die Schulen bzw. Lehrkräfte unterstützen. Die langjährige Leiterin der zuständigen Abteilung – Ministerialrätin Elisabeth Morawek – engagierte sich sehr für die Politische Bildung, wodurch sich eine gute Zusammenarbeit mit dem Forum Politische Bildung entwickelte. Insbesondere durch die finanzielle Unterstützung des Bildungsministeriums konnten die Materialien erscheinen.

Zur Schriftenreihe Informationen zur Politischen Bildung

Die in der Regel zweimal jährlich erscheinenden Themenhefte, vom Unterrichtsministerium finanziert und in Auftrag gegeben, sollten vor allem LehrerInnen in ihrer Unterrichtsarbeit unterstützen. Politische Bildung in Österreich war – mit Ausnahme der Berufsschulen – kein Unterrichtsfach, weswegen die Lehrkräfte auch nicht ausreichend dafür ausgebildet waren. Es gab lediglich das seit 1978 eingeführte Unterrichtsprinzip für Politische Bildung, eines unter vielen anderen Unterrichtsprinzipien. Diese waren einst aufgrund gesellschaftlicher Initiativen gefordert worden, aber in der Realität relativ ineffektiv, da sie auch in der Lehrausbildung kaum eine Rolle spielten.

Die Zeithistorikerin Gertraud Diendorfer-Ratzenböck entwickelte ein Konzept für eine praxisorientierte Materialreihe aufbauend auf ihren Erfahrungen, die sie im Rahmen einer vom Unterrichtsministerium eingerichteten Servicestelle für LehrerInnen 1989 bis 1990 gemacht hatte.

Das Konzept bestand aus kurzen von namhaften WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Fachbereichen prägnant formulierten wissenschaftlichen Analysen und Fachbeiträgen zu einem Themenschwerpunkt, die der Weiterbildung der Lehrkräfte dienen sollten. LehrerInnen aus verschiedenen Schultypen erarbeiteten Unterrichtsbeispiele auf Basis ihrer Erfahrungen und wurden in den Klassen vorab erprobt. Später kam auch eine eigene Fachdidaktikrubrik hinzu, die neueste Erkenntnisse und Methoden in einem schnellen Wissenstransfer vermittelte. Ein Lexikon, Unterrichtsmaterialien, Grafiken und Übersichten bereicherten die Themenhefte. So entstand eine gelungene Zusammenarbeit von FachwissenschaftlerInnen, FachdidaktikerInnen und LehrerInnen, die auch die Qualität der Schriftenreihe ausmacht.

Erstellung von Unterrichtsmaterialien

Mit der Einführung von Kombinationsfächern an den Schulen mussten auch an den Universitäten und Pädagogischen Hochschulen Maßnahmen für die Lehramtsausbildung gesetzt werden, und so kam es zu einer stärkeren institutionellen Verankerung der Politischen Bildung, zur Etablierung von Professuren im Bereich der Fachdidaktik, zu geänderten Studienplänen, neuen Lehrplänen etc. Darauf reagierte auch das Forum Politische Bildung, indem es einerseits personell LehrstuhlinhaberInnen und Personen aus dem Schulbereich in das Herausgebergremium aufnahm, aber auch konzeptionell, weil die neuen theoretischen Ansätze und Methoden wie etwa die Kompetenzorientierung in den Beiträgen vermittelt wurden und es so zu einem schnellen Wissenstransfer kam, der auch zur Professionalisierung der Politischen Bildung wie auch der Ausbildung der LehrerInnen beitrug.

Wie wenig qualifizierte Materialien es gab, zeigt auch der Umstand, dass das Forum Politische Bildung beauftragt wurde, ein Lehr- sowie ein Schulbuch (erschienen 2002 bzw. 2005 im öbv&hpt Verlag) und ein Materialpaket zur Politischen Bildung zu erarbeiten.

In mehreren Sonderbänden wurden wissenschaftliche Ergebnisse zu demokratiepolitisch aktuellen Themen vermittelt, etwa zu Restitution und Vertreibung eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen Ergebnisse der Historikerkommission zur Entschädigung von NS-Opfern („Wieder gut machen?“, 1999), zu Justiz und Rechtsstaat („Justiz – Recht – Staat“, 1999) oder zum Thema Fremdenfeindlichkeit und Integration („Dazugehören?“, 2001).

Zielgruppe

Zielgruppe waren zunächst Lehrkräfte der Sekundarstufe II, mit der Senkung des Wahlalters 2006 und der darauf folgenden Einführung des Kombinationsfach Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung auch der Sekundarstufe I.

Die Schriftenreihe war aber immer auch bei Studierenden und Lehrenden an den Universitäten und Pädagogischen Hochschulen sowie bei Multiplikatoren und politisch interessierten Personen stark nachgefragt, weshalb sie für diese InteressentInnen auch über den Buchhandel bestellbar ist.