„Dazugehören“ Fremdenfeindlichkeit, Migration, Integration
Informationen zur Politischen Bildung, 2001, Sondernummer (vergriffen)
Gegenwärtig wird für alle europäischen Länder ein Anwachsen fremdenfeindlicher und rassistischer Tendenzen konstatiert. Trotz des unterschiedlichen Ausmaßes daraus resultierender Gewalt lassen sich als Gemeinsamkeit eine starke Orientierung an gängigen Vorurteilen sowie der Mechanismen der Ausgrenzung so genannter Anderer feststellen, seien dies nun MigrantInnen, Flüchtlinge, ethnische Minderheiten, Angehörige unterschiedlicher sozialer Gruppierungen etc. Während einerseits der EU-Integrationsprozess geprägt ist von Freizügigkeit, einem Abbau von Barrieren, so wird für Nicht-BürgerInnen der EU die Bewegungsfreiheit immer geringer. Hinter der Intention zur Ausgrenzung, zur Konstituierung von Anderen und dadurch zur Konstruktion von Uns stehen unterschiedliche Motive: ökonomische, politische, soziale, nicht zuletzt aber auch individuelle und kollektive Interessen und Ängste, die eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Vorurteilen spielen. Im Gegenzug dazu wirft die aktuelle Debatte um Grundrechte, um die Bildung einer Europäischen Grundrechtscharta das Thema der Menschenrechte/Staats- und Bürgerrechte neu auf, sucht nach Handlungs- und Lösungsstrategien, um Diskriminierungen, Alltags- und politischem Rassismus adäquat begegnen zu können.